Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise

Altenpfleger Jan begleitet den sterbenden Winterberg auf seinem letzten Weg. Gemeinsam machen die beiden mit Hilfe eines alten Reiseführers eine letzte Eisenbahnreise quer durch Mitteleuropa. Der BRF-Buchtipp am 25. März.

Winterbergs letzte Reise von Jaroslav Rudi

Buchcover: Luchterhand Verlag

Anlässlich der Leipziger Buchmesse waren in diesem Jahr 55 Autoren und Autorinnen aus dem Gastland Tschechien zu Gast. Einer von Ihnen ist Jaroslav Rudiš. Längst hat sich der 46-Jährige auch hierzulande einen Namen gemacht. Rudiš lebt in Berlin und hat seinen aktuellen Roman erstmals auf Deutsch geschrieben. Damit war er für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 nominiert.

Der Protagonist des Romans ist Jan Kraus. Er arbeitet als Altenpfleger in Berlin. Geboren ist er in Vimperk, dem früheren Winterberg, im Böhmerwald, seit 1986 lebt er in Deutschland. Unter welchen Umständen er die Tschechoslowakei verlassen hat, das bleibt sein Geheimnis. Und sein Trauma. Jan Kraus begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Die Tage, Wochen, Monate, die er mit seinen Patienten verbringt, nennt er „Überfahrt“.

Einer von denen, die er auf der Überfahrt begleiten soll, ist Wenzel Winterberg, geboren 1918 in Liberec, Reichenberg. Als Sudetendeutscher wurde er nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben. Als Kraus ihn kennenlernt, liegt er gelähmt und abwesend im Bett. Es sind Kraus‘ Erzählungen aus seiner Heimat Vimperk, die Winterberg aufwecken und ins Leben zurückholen. Doch Winterberg will mehr von Kraus, er will mit ihm eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe – eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt. Von Berlin nach Sarajevo über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest. Mit Hilfe einen alten Baedekers aus dem Jahr 1913 begibt sich das ungleiche Paar auf eine abenteuerliche Eisenbahnfahrt durch ein verschwundenes Land.

„Winterbergs letzte Reise“ von Jaroslav Rudiš ist ganz und gar keine seichte Lektüre, sondern ein Roman, auf den man sich einlassen muss, um dann zu erkennen, welch großartiges Stück Literatur da entstanden ist.

Autor

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Er studierte Deutsch und Geschichte in Liberec, Zürich und Berlin und arbeitete unter anderem als Lehrer und Journalist. Im Luchterhand Literaturverlag erschienen seine aus dem Tschechischen übersetzten Romane „Grand Hotel“, „Die Stille in Prag“, „Vom Ende des Punks in Helsinki“ und „Nationalstraße““, bei btb außerdem „Der Himmel unter Berlin“.

„Winterbergs letzte Reise“, der erste Roman, den Jaroslav Rudiš auf Deutsch geschrieben hat, war 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2012 erschien bei Voland & Quist seine Graphic Novel „Alois Nebel“ auf Deutsch, illustriert von Jaromír 99. 2012/13 hatte Jaroslav Rudiš die Siegfried-Unseld-Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. 2014 erhielt Jaroslav Rudiš für sein Werk den Usedomer Literaturpreis, 2018 wurde er mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet. Seine Romane „Grand Hotel“ und „Nationalstraße“ sowie „Alois Nebel“ wurden verfilmt. Mehr Infos auf der Autorenseite.

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Buchdetails

Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise
544 Seiten – 24,00 €
ISBN 978-3-630-87595-8
neu erschienen im Luchterhand Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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