Wolfgang Kaes: Endstation

Autor Wolfgang Kaes greift in seinem neuen Roman wieder ein Thema aus seiner journalistischen Arbeit auf. Exzellent recherchiert und mit einer überzeugenden Ermittlerfigur. Der BRF-Buchtipp am 16. September.

 Cover: Rowohlt Verlag

Cover: Rowohlt Verlag

Der Journalist und Schriftsteller Wolfgang Kaes hatte die Wahl: Entweder wie sein Onkel und sein Cousin zur Kripo zu gehen oder Journalist zu werden. Die Entscheidung fiel kurz vor dem Abitur. Nach dem Studium wurde er Polizeireporter beim Kölner Stadtanzeiger. Der Mann aus Mayen in der Eifel schrieb Reportagen für den Stern, die Zeit, das Zeit-Magazin und andere und ist seit 2011 Chefreporter beim Bonner General-Anzeiger. Seine hartnäckigen Recherchen führten 2012 zur Wiederaufnahme eines 16 Jahre alten, von der Kripo längst zu den Akten gelegten Vermisstenfalles, in dessen Verlauf der Ehemann der Vermissten schließlich zugab, seine Frau getötet und im Wald verscharrt zu haben. Jetzt ist sein neuestes Buch erschienen. Der Titel: „Endstation“.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2013 mit dem Besuch von neun Schulfreunden in einer Diskothek. Zwei Wochen später wird einer von ihnen, Jonas, tot aus dem Rhein geborgen. Keine Hinweise auf Fremdverschulden, die Ermittler gehen von einem Selbstmord aus, die Akte wird geschlossen.

Fünf Jahre später ist für den LKA-Zielfahnder Thomas Mohr eigens eine Ein-Mann-Abteilung „Cold Cases“ geschaffen worden. Dort will man ihn vergessen. Endstation! Auf seinem neuen Schreibtisch: Ein Stapel Akten. Ganz zuoberst: Der Fall des toten Studenten. Zunächst durchblättert Mohr die alten Dokumente eher lustlos. Doch dann erwacht sein Ermittlerspürsinn: Irgendetwas stimmt nicht mit der Akte. Die Behörden haben schlampig gearbeitet. Zeugenaussagen wurden ignoriert. Und was war mit der Rockergang, die die Türsteher stellte? Wieso wurden die Ermittlungen so blitzartig eingestellt? Je mehr Mohr gräbt, desto deutlicher tritt eine Parallelwelt zutage, eine Schattenwelt jenseits des Blicks der Öffentlichkeit. Ein perfektes System der Angst und des eisernen Schweigens. Und es wirkt immer noch.
„Endstation“ von Wolfgang Kaes besticht durch seine exzellente Recherche und eine überzeugende Ermittlerfigur.

Stimmen zum Buch:

„Seine Krimis entstehen an der Abbruchkante zur Wirklichkeit. (…) Diese Grenzen zu erspüren, macht einen Teil der Spannung beim Lesen der Kaes-Romane aus.“ Westdeutsche Zeitung

„Man bleibt dabei, weil sehr bald klar ist, dass hier nicht ein haarsträubend konstruierter Plot gelöst wird wie ein Sudoku-Rätsel, sondern dass sich Kaes mehr für lose Enden und Sackgassen, für die Fehlbarkeit und Unvollständigkeit jeder Ermittlung interessiert. So oft erlebt man das nicht.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

Autor

Wolfgang Kaes (Bild: Jennifer Bertus)

Wolfgang Kaes (Bild: Jennifer Bertus)

Wolfgang Kaes, 1958 in der Eifel geboren, finanzierte sein Studium der Politikwissenschaft und

Kulturanthropologie als Waldarbeiter, Hilfsarbeiter im Straßenbau, Lastwagenfahrer, Taxifahrer und schließlich als Polizeireporter. Er schrieb Reportagen für den Stern, die Zeit und andere. Seit 2011 ist er Chefreporter des Bonner General-Anzeigers. 2012 kürte ihn das Medium Magazin zum „Reporter des Jahres“, 2013 erhielt er den Henri-Nannen-Preis in der Kategorie „Investigative Recherche“. Seit 2003 verarbeitet er seine journalistischen Recherchen auch zu Romanen. Mehr zum Autor auf der Autorenseite.

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Buchdetails

Wolfgang Kaes: Endstation
432 Seiten – 16,99 €
978-3-499-27565-4
Neu erschienen im Rowohlt Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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