Victor Jestin: Hitze

Rekordhitze und Familienidyll! Die Ferien auf einem Campingplatz an der Atlantikküste werden für den verklemmten, pubertierenden Léo zur Qual. Dann muss der 17-Jährige auch noch mit ansehen, wie der gleichaltrige Oscar auf einer Schaukel Selbstmord begeht. Ein aufwühlendes Debüt. Der BRF-Buchtipp am 29. Juni.

Victor Jestin: Hitze Buchcover: Kein & Aber Verlag)

Buchcover: Kein & Aber Verlag

Der Roman „Hitze“ des erst 26-jährigen Autors Victor Jestin ist dessen Romandebüt und wurde gleich für drei renommierte Literaturpreise nominiert. Der junge Autor aus Nantes hatte zuvor zwei Filmdrehbücher geschrieben und sich damit in Frankreich einen Namen gemacht. Schon der erste Satz wühlt auf: „Oscar ist tot, weil ich ihm beim Sterben zugesehen habe, ohne mich zu rühren.“

Der Erzähler ist Léonard. Der Teenager ist mit seiner Familie auf einem Campingplatz im Urlaub, drei Sterne im Herzen eines Kiefernwaldes, am Meer. Léonard, ein junger, zurückhaltender Mann, leidet unter der drückenden Hitze, der Musik und der Freude am Campen, die er nicht teilt.

Während seine Altersgenossen bei Rekordhitze feiern, trinken und unbedingt noch ein Mädchen klarmachen wollen, taumelt der 17-jährige Léonard alleine und übermüdet durch die letzten Stunden seiner Sommerferien. Die Nacht zuvor steckt ihm in den Knochen: Er hat einem betrunkenen Jungen reglos beim Selbstmord zugesehen – ist dessen Tod also seine Schuld? Er hat nichts getan, um den Jungen zu retten und völlig verwirrt vergräbt er den toten Oscar im Sand am Meer. Jetzt steht er vor einem Dilemma: Alles erzählen oder seine eigene Haut retten? Zugleich verwirrt ihn die verführerische Luce, hilflos und hingerissen ist er ihren schamlosen Spielchen ausgesetzt. Gefangen in seinen komplexen und gegensätzlichen Gefühlen, vermag Léonard seinem Delirium kaum zu entrinnen.

„Hitze““ von Victor Jestin ist ein aufwühlendes Debüt und erinnert an den Stil des großen Literaturnobelpreisträgers und Philosophen Albert Camus.

Stimmen zum Buch

„Ein Happy End gibt es nicht, man erwartet als Leser auch keines. Umso beeindruckender, dass man völlig gebannt dranbleibt an dieser Tragödie aus dem französischen Sommer.“
musikexpress

„Fast scheinen die Seiten zu glühen, wie Asphalt unter sengender Sonne. Exzellent gelingt es dem Autor, diese flirrende Hitze, die sonnenmilchige Atmosphäre eines Campingplatzes an der französischen Atlantikküste zu beschreiben.“ NDR Kultur

„Es gelingt dem Autor, die Stimmung in diesem Ferienlager sehr plastisch darzustellen: es flimmert, flirrt, die erotischen Sehnsüchte und Ängste der Pubertierenden werden sehr prall und einfühlsam geschildert.“ DLF Kultur Lesart

„Ein grausamer und doch eigenartig schöner Sommerroman.“ Spiegel online

Autor

Victor Jestin Autorenbild: Pascal Ito Flammarion)

Autorenbild: Pascal Ito Flammarion

Victor Jestin, 1994 geboren, verbrachte seine Kindheit in Nantes und studierte anschließend am Conservatoire européen d’écriture audiovisuelle in Paris, wo er heute auch lebt. „Hitze“ ist sein Romandebüt. Der Roman wurde für den „Prix Renaudot“, sowie den „Prix Medicis“ und „Prix Femina“ nominiert.

Ausgezeichnet wurde Jestin mit dem „Prix littéraire de la vocation“ für Autoren im Alter zwischen 18 und 30 Jahren und mit dem „Prix Femina des lycéens“.

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Buchdetails

Victor Jestin: Hitze
Originaltitel: La chaleur
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
180 Seiten – 20,00 Euro
ISBN 978-3-03 69-5828-6
neu erschienen im Kein & Aber Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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