Elena Ferrante: Das lügenhafte Leben der Erwachsenen

Über die Heucheleien der Eltern, die Verwirrungen der Jugendzeit und über das Drama des Erwachsenwerdens. Ein trauriger und schöner Roman. Der BRF-Buchtipp am 5. Oktober.

Schon bevor Elena Ferrante ihren ersten Roman 1992 veröffentlichte, entschied sie sich für die Anonymität. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch, wenn immer wieder versucht wird, das Pseudonym zu lüften, ist von ihr lediglich bekannt, dass sie aus Neapel stammt und das Schreiben nicht ihr richtiger Beruf ist. Interviews gibt sie, bis auf eine Ausnahme, schriftlich. Jetzt ist das neueste Buch der Bestsellerautorin erschienen. Der sperrige Titel: Das lügenhafte Leben der Erwachsenen. Kritiker meinen, dass Ferrante damit ein Bravourstück geschaffen hat.

Neapel in den Neunzigern, Giovanna ist dreizehn Jahre alt, die Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern, eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, die Noten brechen ein, und immer öfter gerät sie mit ihren Eltern aneinander. Auch ihr hübsches Gesicht wird hässlich. Zumindest meint das Giovannas Vater. Er sagt, sie werde ihrer Tante immer ähnlicher, seiner verhassten Schwester Vittoria, die er immer von seiner Tochter fernhalten wollte.

Giovanna ist am Boden zerstört – fühlt sich aber von dieser Tante magisch angezogen. Zufällig kommt Giovanna der Vorgeschichte ihres Vaters auf die Spur, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Dort treibt sie sich herum, aber die Geheimnisse, auf die sie da stößt, verstören sie. Und als sie bei einem Abendessen bemerkt, wie ein Freund der Familie unterm Esstisch zärtlich die Füße ihrer Mutter streift, verliert sie vollends die Fassung.

Stimmen zum Buch

„Die Stärke des Romans sind seine kantigen und glaubhaften Figuren. Man wird hineingezogen in eine Zeit, die man überwunden geglaubt hat und erinnert sich wieder: Jugend heißt auch, diese zu überleben.“ Peter Helling, NDR

„Ein grandioser, sehr schön dichter und komplexer Roman, den man Satz für Satz genießen sollte. Ferrante erhebt uns in schwindelerregende Höhen, bevor sie uns, zutiefst bereichert, wieder in unseren Alltag entlässt.“ La Stampa

„Wie die Autorin [die] Abgründe in der scheinbar naiven Erinnerungsprosa der 15-Jährigen aufscheinen lässt …, darin ist Elena Ferrante auch hier wieder ganz groß.“ Martin Ebel, Süddeutsche Zeitung

„Allen, die noch nie ein Ferrante-Buch gelesen haben, kann ich sagen: Lesen Sie dieses hier, erleben Sie, wie sie hineingezogen werden in eine Welt voller Geheimnisse und Dramen, im Neapel der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts.“ Christoph Amend, ZEITmagazin

Autorin

Elena Ferrante ist ein Pseudonym. Dem Vernehmen nach ist sie 1943 in Neapel geboren. Eines ihrer seltenen Interviews hat sie anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Romans gegeben. Nachzulesen hier

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Buchdetails

Elena Ferrante: Das lügenhafte Leben der Erwachsenen
Originaltitel: La vita bugiarda degli adulti
aus dem Italienischen von Karin Krieger
415 Seiten – 24,00 Euro
ISBN 978-3-518-42952-5
neu erschienen im Suhrkamp Verlag

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Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller