Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde

An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Julia Phillips hat für ihr Debüt ein ungewöhnliches Setting gewählt. Der BRF-Buchtipp am 1. Februar.

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde (Cover: DTV)

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde (Cover: DTV)

Zehn Jahre lang hat die amerikanische Schriftstellerin Julia Phillips an ihrem ersten Roman „Das Verschwinden der Erde“ geschrieben. Das Ergebnis ist nicht nur eine großartige Geschichte, sondern es entführt die Leser in eine der atemberaubendsten Vulkan-Gegenden der Welt: auf die russische Halbinsel Kamtschatka am östlichen Ende Sibiriens, Weltnaturerbe der Unesco. Für ihre Recherchen hat die Autorin ein Jahr lang in Kamtschatka gelebt. Nur eine Woche nach Erscheinen ist der Roman schon auf den Spiegel-Bestsellerlisten.

An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr. Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.

Der Roman erzählt mosaikartig vom Leben ganz unterschiedlicher Frauen, was Alter und Herkunft betrifft, in der männerdominierten Gesellschaft des gegenwärtigen Kamtschatka im Osten Sibiriens – ehemaliges militärisches Sperrgebiet, in dem die eigenen Sehnsüchte rasch verschluckt werden von einer rauhen Küstenlandschaft und von den Forderungen des Alltags.

Julia Phillips hat für ihr Debüt ein ungewöhnliches Setting gewählt, das sie aus eigener Anschauung kennt. Und doch wird rasch klar: Viele der Erfahrungen, von denen Phillips erzählt, teilen die Protagonistinnen mit Mädchen und Frauen weltweit.

Stimmen zum Buch

„‚Das Verschwinden der Erde‘ ist Couchsurfing und literarischer Thriller zugleich, perfekt für eine Zeit, in der wir kaum noch vor die Tür kommen.“ Stern

„Fesselnd und originell geschrieben. Präzise und fein beobachtet. Raffiniert komponiert. Ein tolles Debüt!“ NDR Kultur

„‚Das Verschwinden der Erde‘ ist ein wunderreiches Debüt, eines jener Bücher nämlich, die über viele Jahre wuchsen und so sorgsam erdacht worden sind, dass sie ganz prall und dicht werden konnten.“ Die Zeit

„Ein Einblick in eine fremde Welt, die uns dank Phillips‘ Schilderungen gar nicht weit weg vorkommt.“ Brigitte

Autorin

Julia Phillips, geboren 1988, lebt in Brooklyn, New York. „Das Verschwinden der Erde“ ist ihr erster Roman. Er stand auf der Shortlist des National Book Award 2019 und erscheint in 25 Ländern.

Autorin Julia Phillips (Bild: Nina Subin)

Autorin Julia Phillips (Bild: Nina Subin)

Gewinnspiel

BRF1.be verlost zwei Bücher. Gewinnfrage: In welchem Monat spielt die Szene?

Die richtige Antwort lautet: Im August

Die Namen der Gewinner lauten Kristina aus Eupen
Doris aus Medell

Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzbestimmungen. Mit Ihrer Teilnahme am Gewinnspiel erklären Sie sich mit den BRF-Datenschutzbestimmungen einverstanden. Der BRF veröffentlicht den Vornamen und Wohnort der Gewinner. Wenn Sie als Teilnehmer damit nicht einverstanden sind, teilen Sie uns dies bitte unter Nennung des Gewinnspiels per Mail datenschutz@brf.be mit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Buchdetails

Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde
Originaltitel: Disappearing Earth
aus dem amerikanischen Englisch von Pociao und Roberto de Hollanda
376 Seiten – 22,00 Euro
ISBN 978-3-423-28258-1
Neu erschienen im DTV-Verlag

Alle Bücher unserer Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller