Laila Lalami: Die Anderen

Kriminalroman und Sozialstudie: Ein kraftvoller Roman über Intoleranz und Mitgefühl, Liebe und Verlust und einen Unfall, der vielleicht keiner war. Der BRF-Buchtipp am 3. Mai.

Laila Lalami: Die Anderen (Cover: Kein & Aber)

Laila Lalami: Die Anderen (Cover: Kein & Aber)

„Die Anderen“, das sind in den USA Bürger zweiter Klasse, die Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft nicht in die amerikanische Gesellschaft hineinpassen. Die Schriftstellerin Laila Lalami hat selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, sich als „Andere“ in der amerikanischen Gesellschaft zurechtzufinden. Sie wurde 1968 in der marokkanischen Hauptstadt Rabat geboren und kam als Studentin in die USA. Dort blieb sie, weil sie eine Familie gegründet hatte. Ihrem ersten Roman, der auf Deutsch erschienen ist, hat sie den Titel „Die Anderen“ gegeben.

Gerade, als sie mit einer Freundin deren neues Stipendium feiert, ruft Noras Mutter an. Ihr Vater sei von einem Auto überfahren worden, als er am späten Abend zu Fuß von seinem Café nach Hause ging. Nora kehrt zurück in die Kleinstadt in der kalifornischen Wüste, wo sich die Eltern Driss und Maryam niedergelassen hatten, nachdem sie vor Jahrzehnten aus Marokko in die USA eingewandert waren. Nora war einst von dort geflohen, weil sie sich in der Familientradition zu sehr eingeengt fühlte, aber nun fühlt sie sich verpflichtet, mit herauszufinden, wer den Tod ihres Vaters verschuldet hat – und warum.

Lalami erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Neben Nora sind das vor allem Noras früherer Mitschüler Jeremy, der unter den Folgen seines Einsatzes im Irakkrieg leidet, ihre Mutter Maryam, die Polizistin Erica, die den Todesfall untersuchen soll, der Geschäftsmann Anderson Baker, dessen Kegelbahn neben Driss‘ Café liegt. Es gibt sogar einen Zeugen, der gesehen hat, wie Driss zu Tode kam. Aber der Mexikaner Efrain ist illegal ins Land gekommen und wagt nicht, sich mit der Wahrheit zu melden.

Der Roman zeigt in beeindruckender Form die vielfältigen Probleme von Einwanderern in ihrer neuen Heimat.

Stimmen zum Buch

„‚Die Anderen‘ hat weitaus mehr zu bieten als Spannung. Der Roman zeigt in beeindruckender Form die vielfältigen Probleme von Einwanderern in ihrer neuen Heimat, ohne je die künstlerische Gestaltung einem politischen Dogmatismus zu opfern.“ DPA

„Das absolute Rundum-Sorglos-Buch. Eine sehr spannend erzählte Geschichte, unterhaltsam und gut gemacht.“ Christine Westermann, WDR2

„Es entsteht nach und nach das facettenreiche Bild eines Einwandererschicksals in den USA, das die Verfasserin in kraftvoller Sprache und mit großem Spannungsbogen schildert. Diese Autorin war für mich eine echte Entdeckung.“ Aachener Nachrichten

Autorin Laila Lalami (Bild: Jaclyn Campanaro)

Autorin Laila Lalami (Bild: Jaclyn Campanaro)

Autorin

Laila Lalami wurde 1968 in Rabat geboren und hat in Marokko, Großbritannien und den Vereinigten Staaten studiert. Sie ist Pulitzer-Preis-Finalistin und Autorin von vier Romanen und zahlreichen Essays, die unter anderem im Guardian und der New York Times erschienen sind. „Die Anderen“ stand auf der Shortlist des National Book Award. Laila Lalami ist Professorin für kreatives Schreiben an der University of California und lebt in Los Angeles.

Gewinnspiel

BRF1 verlost zwei Bücher.

Gewinnfrage: Was starrte die Mutter in ihrer Hand an?

Gewinner sind Erwin aus St. Vith und Andrea aus Raeren.

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Buchdetails

Laila Lalami: Die Anderen
Originaltitel: The Other Americans
Aus dem Amerikanischen von Michaela Grabungen
432 Seiten – 24,00 Euro
ISBN 978-3-0369-5833-0
neu erschienen im Kein & Aber Verlag

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Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller