Max Annas: Der Hochsitz

1978. Trügerische Scheinidylle im ländlichen Grenzland. Im Jahr der Fußball-WM und des RAF-Terrors hat auch in dem Dorf nahe der luxemburgischen Grenze jeder eine Leiche im Keller. Der BRF-Buchtipp am 27. September.

Bisher spielten die Romane des preisgekrönten Schriftstellers Max Annas vorwiegend in der DDR. Seinen neuesten Bestseller „Der Hochsitz“ legt der gebürtige Kölner in ein deutsches Kaff nahe der Grenze zu Luxemburg – ins Jahr 1978.

Dort haben die beiden zehnjährigen Gören Sanne und Ulrike gerade Osterferien. Wenn sie nicht auf dem Hof helfen müssen, düsen sie mit ihren Fahrrädern durch die Gegend und kriegen alles mit. In zwei Monaten ist Fußball-WM, die Mädchen bekommen aber einfach nicht genug Hanuta-Bilder für ihre Sammelalben, auch wenn das ein oder andere Danuta auch schon mal geklaut wird. Also schneiden sie ein paar Männerköpfe aus dem Fahndungsplakat in der Post. Denn das ganze Land ist gerade in Aufruhr über drei Buchstaben. RAF. Und dann geschieht tatsächlich ein Bankraub. Festgenommen wird der einzige Langhaarige im Dorf. Dass er es nicht gewesen sein kann, wissen Sanne und Ulrike genau. Und sie wissen noch viel mehr, Sachen, die nicht nur die Polizisten in der nächsten Kleinstadt interessieren würden. Fast jeder in der dörflichen Scheinidylle hat Leichen im Keller und die fangen allmählich mächtig an zu stinken.

Stimmen zum Buch

„Ein starkes Stück Literatur.“ Deutschlandfunk Kultur

„Bei Max Annas steht stärker als die Kriminalgeschichte das dörfliche Leben am Ende der 1970er-Jahre im Vordergrund. Und dieses spezielles soziale Milieu schildert Annas ungemein anschaulich.“ Hamburger Abendblatt

„Kurzum: Solch einen Krimi haben Sie noch nie gelesen. Sprachlich eigenwillig literarisch verknappt erzählt und deshalb unglaublich dicht, mit einem Plot, der an den „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt anlehnt und diesen doch nie kopiert, und mit einem unglaublichen Gespür für Charakterisierung, Tempo und Kolorit. So macht man’s.“ Sonntagsblick

„Max Annas ist ein exzellenter Zeitreisender im Dienste der meist nur allzu gerne vergrabenen Wirklichkeit.“ Kleine Zeitung

Autor

Max Annas, geboren 1963 in Köln, arbeitete lange als Journalist, lebte in Südafrika und wurde für seine Romane „Die Farm“ (2014), „Die Mauer“ (2016), „Finsterwalde“ (2018) und „Morduntersuchungskommission“ (2019) sowie zuletzt „Morduntersuchungskommission: Der Fall Melchior Nikolai“ (2020) fünfmal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Max Annas (Autorenbild: Michele Corleone)

Max Annas (Autorenbild: Michele Corleone)

Gewinnspiel

BRF1 Online verlost zwei Bücher. Gewinnfrage: Welche Farbe hat Ulrikes Fahrrad? Lösung: rosa.

Gewinner: Christiane aus Kettenis und Alfred aus Hergenrath

Buchdetails

Max Annas:Der Hochsitz
272 Seiten – 22,00 Euro
ISBN 978-3-498-00208-4
neu erschienen im Rowohlt Verlag

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Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller