Hervé Le Tellier: Die Anomalie

Hervé Le Telliers Bestseller "Die Anomalie" über geklonte Flugzeugpassagiere war eines der erfolgreichsten französischen Bücher der vergangenen Jahre. Jetzt gibt es das preisgekrönte Werk endlich auf Deutsch. Der BRF-Buchtipp am 15. November.

Hervé Le Tellier: Die Anomalie (Cover: Rowohlt Verlag)

Die Welt steht vor einem Rätsel: Im März 2021 gerät eine Boeing auf dem Flug von Paris nach New York in heftige Wetterturbulenzen. Die Passagiere befürchten, ihr letztes Stündlein habe geschlagen, am Ende aber gelangt die Maschine sicher an ihr Ziel. Alle Insassen sind unversehrt. Doch dann das: Genau drei Monate später landet die gleiche Maschine noch einmal in New York. An Bord befinden sich wieder die gleichen Menschen. Plötzlich gibt es jeden Passagier in zweifacher Ausführung. Wie ist das möglich?

Hervé Le Telliers Roman „Die Anomalie“ ist Science Fiction, Thriller und philosophisches Gedankenspiel in einem. Eine seltene, brillant aufbereitete Mischung, die die Jury des Prix Goncourt 2020 so überzeugte, dass sie dem heute 64-jährigen Autor den angesehensten französischen Literaturpreis zuerkannte. Jetzt ist sein Buch, das in Frankreich über eine Million Mal verkauft wurde und auch verfilmt wird, auf Deutsch erschienen.

Politiker, Wissenschaftler und Religionsführer zerbrechen sich die Köpfe. Die gewagtesten Theorien werden erwogen und wieder verworfen. Am Ende steht die erschreckende Frage: Ist die Welt etwa eine einzige Simulation?

Im Flieger sitzen der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller Blake, der schwule nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der französische Schriftsteller Victor Miesel, eine amerikanische Schauspielerin. Sie alle führen auf unterschiedliche Weise ein Doppelleben. Und nun gibt es sie tatsächlich doppelt − sie sind mit sich selbst konfrontiert, in der Anomalie einer verrückt gewordenen Welt.

In Konfrontation mit ihren Doubletten entsteht sozusagen eine zweite Möglichkeit ihrer selbst. Sie können neu ansetzen, bekommen noch einmal eine Chance oder können zumindest Erkenntnisse gewinnen. Aber nicht immer gibt es ein Happy End.

Stimmen zum Buch

„Ohne Zweifel Weltliteratur.“ ARD Druckfrisch

„Die phänomenale Verführungskraft seines Erfolgsromans entsteht daraus, dass er auf unterhaltsame und einleuchtende Weise über Existenzfragen schreibt, die eigentlich den menschlichen Verstand sprengen.“ Der Spiegel

„Der originellste Roman des Jahres.“ ZDF

„Dieses Buch ist ein echter Knaller! Philosophisch, überraschend, intelligent, unterhaltsam und komisch zugleich.“ NDR Kultur

„Ich habe selten einen Roman gelesen, der mich derart beschäftigt und fasziniert hat. Mittags angefangen zu lesen, spät in der Nacht aufgehört.“ Christine Westermann, WDR5

Autor

Hervé Le Tellier wurde 1957 in Paris geboren. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Gedichte und Kolumnen. Seit 1992 ist er Mitglied der Autorengruppe OuLiPo (Ouvroir de Littérature Potentielle), die von François Le Lionnais und Raymond Queneau gegründet wurde und der Autoren wie Georges Perec, Italo Calvino und Oskar Pastior angehörten. Er lebt in Paris. Für seinen Roman „L’Anomalie“ erhielt er 2020 den Prix Goncourt.

Hervé Le Tellier (Bild: Francesca Mantovani/Editions Gallimard)

Hervé Le Tellier (Bild: Francesca Mantovani/Editions Gallimard)

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Buchdetails

Hervé Le Tellier: Die Anomalie
Originaltitel: L´Anomalie
Aus dem Französischen von Jürgen und Romy Ritte
352 Seiten – 22,00 Euro
ISBN 978-3-498-00258-9
neu erschienen im Rowohlt-Verlag

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Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller