Sasha Filipenko: Die Jagd

In seinem neuen Roman legt der belarussische Schriftsteller Sasha Filipenko die perfiden Machenschaften eines russischen Oligarchen offen. Temporeich, schonungslos, und vor allem brandaktuell. Der BRF-Buchtipp am 7. März.

Der Buchtipp auf BRF1

"Die Jagd" von Sasha Filipenko (Cover: Diogenes Verlag)

„Wenn Sie wissen wollen, was das moderne, junge Russland denkt, dann lesen Sie Filipenko!“. Diese Empfehlung kommt von der belarussischen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Und in der Tat ist der neue Roman von Sasha Filipenko eine schonungslose und mutige Kritik der Zustände in Russland und seinem Heimatland Belarus. Filipenko selbst hat Russland mit seiner Familie verlassen und lebt derzeit in wechselnden Wohnorten in Europa, weil eine Rückkehr für ihn nicht mehr sicher ist.

„Die Jagd“ ist ein Roman nah an der Realität. Ein Journalist, der zu viel weiß. Ein Sohn, der seinen Vater verrät. Ein Oligarch, der keine Gnade kennt. Ein korrupter Schreiberling ohne jeden Skrupel. Medien, die auf Bestellung einen Ruf ruinieren. Ein idealistischer Journalist legt sich mit einem Oligarchen an. Worauf dieser den Befehl gibt, ihn fertigzumachen. Die Hetzjagd ist eröffnet.

Wolodja Slawin ist ein Oligarch mit politischen Ambitionen. Als der junge Journalist Anton Quint enthüllt, dass der selbsternannte Patriot sein Vermögen außer Landes gebracht hat und seine Familie lieber an der Côte d’Azur weilt als in Russland, schwört Slawin Rache. Aus den Stimmen von Jägern und Gejagtem setzt sich die Geschichte einer Menschenjagd mit fatalen Folgen zusammen.

„Die Jagd“ von Bestsellerautor Sasha Filipenko wurde im Original bereits 2016 geschrieben und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem in Russland. Heute sind seine Bücher nur noch unter der Hand zu bekommen.

„In Belarus wurde die Universität, an der ich studiert habe, geschlossen, in Russland meine Fernsehsendung eingestellt. Jetzt will man mir in Belarus allein dafür, dass ich Bücher und offene Briefe in der europäischen Presse schreibe, die Staatsbürgerschaft entziehen und mich ins Gefängnis werfen (ich weiß nicht, in welcher Reihenfolge). Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich zeigen wollte, dass Mord nicht die einzige Art ist, auf Journalisten Druck auszuüben. Reporter rücken in den Fokus, wenn sie ermordet werden, aber wenn sie jahrelang buchstäblich in den Wahnsinn getrieben werden, kräht kein Hahn danach.“ Sasha Filipenko

Stimmen zum Buch

„‚Die Jagd‘ von Sasha Filipenko ist sicher kein Buch zum Entspannen, aber eins, das man unbedingt gelesen haben sollte!“ Ulli Wagner/SR

Sasha Filipenko ( Foto: Lukas Lienhard/© Diogenes Verlag)

Sasha Filipenko ( Foto: Lukas Lienhard/© Diogenes Verlag)

Autor

Sasha Filipenko, geboren 1984 in Minsk, ist ein belarussischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Nach einer abgebrochenen klassischen Musikausbildung studierte er Literatur in St. Petersburg und arbeitete als Journalist, Drehbuchautor, Gag-Schreiber für eine Satireshow und als Fernsehmoderator.

Sasha Filipenko ist leidenschaftlicher Fußballfan und wohnte bis 2020 in St. Petersburg. Er hat Russland verlassen und hält sich derzeit an wechselnden Wohnorten in Westeuropa auf.

Gewinnspiel

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Gewinner: Tobias aus Bütgenbach und Nadine aus Hamburg

Buchdetails

Sasha Filipenko: Die Jagd
Originaltitel: Trawlja
Aus dem Russischen von Ruth Altenhofer
288 Seiten – 23,00 Euro
ISBN 978-3-257-07158-0
neu erschienen im Diogenes Verlag

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Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller