Wolf Haas: Wackelkontakt

Der BRF-Buchtipp am 12. Oktober.

Cover des Buchs "Wackelkontakt" von Wolf Haas:
Cover: Penguin

Die Namensverwandtschaft zwischen dem Protagonisten in Wolf Haas' Roman "Wackelkontakt" mit dem niederländischen Grafiker und Meister der Sinnestäuschung M.C. Escher ist offensichtlich pure Absicht. Denn was Franz Escher erlebt, ist wie die Übersetzung eines von M.C. Eschers Bildern in eine Geschichte. Vorlage könnte seine berühmte Darstellung von den beiden Händen sein, die sich gegenseitig zeichnen.

Der Held in dieser Geschichte ist Franz Escher und der sitzt in seiner Wohnung und wartet auf einen Elektriker. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er ein Buch. Es ist ein Buch über die Mafia. Konkret geht es um den Mafia-Aussteiger Elio Russo, der in einem Zeugenschutzprogramm in Deutschland ein neues Leben anfangen soll. Um Deutsch zu lernen, hat ihm sein Untersuchungsrichter Falcone einen deutschen Kleinkriminellen als Zellengenossen zugewiesen. Dieser Sven soll ihm beim Lernen der deutschen Sprache helfen.

Elio Russo wartet also im Knast auf seine Entlassung mit anschließendem Neuanfang in einem fremden Land - und liest ein Buch über einen Mann mit Namen Escher, der auf einen Elektriker wartet und während er wartet ein Buch über einen Mafia-Kronzeugen liest ... Der Elektriker ist mittlerweile aufgetaucht und in Eschers Wohnung kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, der sein Leben aus den Fugen geraten lässt. Elio Russo fängt in Deutschland ein neues Leben an.

Die Geschichte der beiden ist miteinander verwoben wie die beiden Stränge einer DNA-Doppelhelix. Oder ist es vielleicht doch ein und dieselbe Geschichte, nur von unterschiedlichen Positionen aus erzählt? Wackelkontakt ist eine wirklich ausgefallene Geschichte, brillant und komisch - einfach großes Lesevergnügen.

Autor

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer in Österreich geboren. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Krimireihe um den Ex-Polizisten und Privatdetektiv Simon Brenner. Außerdem veröffentlichte er weitere sechs Romane, darunter "Eigentum", "Junger Mann" und "Verteidigung der Missionarsstellung". Seine Werke sind vielfach preisgekrönt. Wolf Haas lebt in Wien.

Gewinnspiel

BRF1 Online verlost ein Exemplar. Gewinnfrage: Was passiert Escher, als er bei der Firma anruft, um nachzufragen, wo der Elektriker bleibt?

Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 18.10.2026.

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    Buchdetails

    Wolf Haas: Wackelkontakt
    Taschenbuch
    240 Seiten
    Neu erschienen bei Penguin

    Sandra Herff