Titus Müller: Der Tag X

Ein fulminanter Roman mit historischem Hintergrund: Der DDR-Aufstand in Halle und Berlin am 17. Juni 1953, einem Tag der verpassten Chancen und unerwarteter Kühnheit. Der BRF-Buchtipp am 10. April.

Der 17. Juni war bis zum Jahr 1990 in Deutschland Feiertag. Er galt bis zur Wiedervereinigung als der „Tag der deutschen Einheit“.. Was geschah eigentlich am 17. Juni 1953? Es war der erste Aufstand der DDR-Bürger und das auch noch gegen das Stalin-Regime und wirkte als politisches Signal für die gesamte Bevölkerung der Ostblockstaaten. Der deutsche Autor Titus Müller hat vor dem Hintergrund der Ereignisse einen grandiosen Roman geschrieben: „Der Tag Xbeginnt beinahe wie eine alltägliche Liebes- und Familiengeschichte, entwickelt sich dann aber zum ungewöhnlichen Spionagefall.

Das Leben der Ostberliner Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht. Auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder, hat sie sich doch umstandslos mit einem neuen Mann eingelassen, den Nelly einfach nicht als Ersatzvater akzeptieren kann. Obendrein wird sie jetzt auch noch kurz vor dem Abitur im Frühjahr 1953 von der Schule geworfen. Man hält ihr Engagement in der Jungen Gemeinde, der Jugendorganisation, vor. Sie soll sich öffentlich in einer Art Schauprozess in der Schule davon distanzieren, weigert sich jedoch.

Immerhin hat sie jetzt am Müggelsee eine recht aufregende Bekanntschaft gemacht: der junge Uhrmacher Wolf Uhlitz, der sich ganz offen von ihr fasziniert zeigt. Doch als Nelly ihn in seinem eigenen Laden aufsucht, kommt er ihr verschlossener und auch verschrobener vor als vermutet. Aber so leicht lässt sich Wolf nicht abwimmeln. Er findet ihre Adresse heraus, geht mit ihr aus und begleitet sie sogar zu einem Treffen der Jungen Gemeinde, obwohl ihm das Christentum zutiefst fremd und suspekt ist – und bleibt. Er weiß nicht recht, ob er diese Leute für ihre offenen Worte, ihre kritische Einstellung zum SED-Staat, bewundern oder verachten soll.

Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly aber in Berlin und Halle entlädt sich die Unzufriedenheit der Menschen mit dem Regime in Massendemonstrationen, und die erbitterte Reaktion der Herrschenden lässt nicht lange auf sich warten.

Mit Der Tag X“ wird die Geschichte aus Zeiten der DDR durchweg spannend und informativ erzählt. Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde.

Pressestimmen

Titus Müller ist ein lebendiger und zugleich sehr genauer Erzähler. Sein Roman bringt dem Leser die jüngere deutsche Geschichte klar vor Augen.Berliner Zeitung

Hollywood, bitte verfilmen!Grazia

Autor

Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt. Seine historischen Romane begeistern viele Leser. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde unter anderem mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Mit seiner Familie lebt Titus Müller im Hügelland zwischen Isar und Inn. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage.

Gewinnspiel

BRF1 verlost zwei Exemplare online.

Frage: In welchem Zimmer hörte Nelly ihre Mutter schluchzen?
Antwort: Im Bad

Gewonnen haben MR Thelen und Erwin Goenen

Buchdetails

Titus Müller: Der Tag X
400 Seiten,
19,99 Euro
neu erschienen im Blessing Verlag
ISBN 978-3-89667-504-0

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller - Buchcover: Blessing Verlag - Autorenbild: Sandra Weniger

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