Kent Haruf: Lied der Weite

Familie kann auch etwas sein, was man erst finden muss. Wie in seinem Bestseller "Unsere Seelen bei Nacht" kommt bei Kent Haruf auch diesmal Hilfe und Geborgenheit nicht aus der Familie, sondern von außen. Der BRF-Buchtipp am 19. Februar.

Kent Haruf: Lied der Weite (Cover: Diogenes Verlag)

Cover: Diogenes Verlag

Holt ist eine Kleinstadt in Colorado. Der fiktive Ort ist der Schauplatz der sechs Romane des preisgekrönten, amerikanischen Schriftstellers Kent Haruf. Im deutschsprachigen Raum wurde Haruf erst nach seinem Tod im Jahr 2014 bekannt, als sein letzter Roman „Unsere Seelen bei Nacht“ mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt wurde und der Roman erst danach auf deutsch erschien.

Auch sein bekanntester Roman „Lied der Weite“ wurde verfilmt – mit Rachel Griffiths und Aidan Quinn in den Hauptrollen. Die deutsche Übersetzung wurde vor einigen Jahren schon einmal veröffentlicht, allerdings mit mäßigem Erfolg. Und jetzt, mit anderem Titel und nach dem überragenden Erfolg der „Seelen bei Nacht“ ist auch das „Lied der Weite“ ein Bestseller.

Die 17-jährige Victoria Roubideaux ist schwanger. Den Vater des Kindes, eine Sommerliebe, kennt sie kaum. Aber sie will das Kind unbedingt zur Welt bringen, auch wenn ihre Mutter sie deswegen aus dem Haus geworfen hat. Sie kommt erst einmal bei ihrer Lehrerin Maggie Jones unter, wo sie aber nicht bleiben kann, weil Maggies dementer Vater mit der Situation nicht zurecht kommt. Durch Maggies Vermittlung wird Victoria auf der Farm von Raymond und Harold McPheron aufgenommen, zwei rauhbeinigen, unverheirateten alten Viehzüchtern, die mehr Ahnung von Kühen als von Menschen haben.

Doch je größer Victorias Bauch wird, desto weniger klar wird gleichzeitig, wem mit diesem Arrangement mehr geholfen ist: dem Mädchen oder den alten Herren. Es ist möglich, die Einsamkeit zu durchbrechen – auch für Maggie, die ihren betagten Vater pflegt, auch für ihren Lehrerkollegen Tom Guthrie und seine beiden Söhne, die von ihrer Mutter verlassen wurden. Davon erzählt auf ergreifende Weise Kent Harufs bekanntester Roman.

Stimmen zum Buch

„Kent Haruf lässt uns im Kleinen und Großen, im Flüchtigen dem Bleibenden und in den Schwächen der Menschen der Kraft der Liebe begegnen. Für mich ist er einer der großen amerikanischen Schriftsteller.“ Bernhard Schlink, Bestseller-Autor

Autor

Kent Haruf (Bild: Philippe Matsas/Opale/Leemage)

Kent Haruf (Bild: Philippe Matsas/Opale/Leemage)

Kent Haruf (1943-2014) war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award (für „Lied der Weite“) ausgezeichnet.

Sein letzter Roman „Unsere Seelen bei Nacht“ wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht und zum Bestseller. Hollywood verfilmte den Roman mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen. Auch sein bekanntester Roman „Lied der Weite“ wurde verfilmt.

Gewinnspiel

BRF1.be verlost zwei Bücher.
Frage: Welche beiden Worte sagt Victoria als letztes? Lösung: „Ich gehe“
Gewinner: Bettina Hilgers aus Kettenis und Jean-Marie Meessen aus Hergenrath

Buchdetails

Kent Haruf: Lied der Weite
Originaltitel: Plainsong
aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein
384 Seiten, 24,00 Euro
ISBN 978-3-257-07017-0
erschienen im Diogenes Verlag

Alle Bücher unseres BRF1-Buchtipps sind bei Logos und Thiemann erhältlich.
Buchtipp-Redakteurin: Biggi Müller

Biggi Müller

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