Gartentipp: Thujahecken sterben ab!

In der letzten Zeit erweckten Thujahecken die Aufmerksamkeit durch eine auffällige Verbräunung einzelner Pflanzen. Es gibt immer mehr Anpflanzungen und Hecken mit gut sichtbaren Schäden, die auf den ersten Blick nicht zu erklären sind.

Schäden durch sommerliche Trockenheit (Bild: Franz Beckers)

Schäden durch sommerliche Trockenheit (Bild: Franz Beckers)

Die Schäden nehmen bedrohlich zu. Sehr deutlich zeigt die gesamte Pflanze oder Hecke ungleichmäßig verteilte, braune Zweigspitzen, die zunehmend größer werden und in einigen Fällen innerhalb von wenigen Wochen die gesamte Hecke absterben lässt. Dies trifft eigenartiger Weise auch auf bereits ältere Hecken, die sich seit Jahren etabliert haben, zu.

Thuja, eine ideale Heckenpflanze

Zur Einfriedung und zum Sichtschutz von Gärten werden sehr häufig Lebensbäume wie Thuja (Thuja occidentalis) oder Scheinzypressen (Chamaecyparis sp.) als Hecke gepflanzt.

Prächtige, gepflegte Thuja-Hecke (Bild: Franz Beckers)

Prächtige, gepflegte Thuja-Hecke (Bild: Franz Beckers)

Lebensbäume und Thuja-Arten haben den großen Vorteil, einen sofortigen Sichtschutz im Sommer wie auch im Winter zu haben und auch effektiv starke Winde abzuhalten. Auch wegen der günstigen Preise finden sie bei dieser Verwendung zunehmende Beliebtheit.

Gefährdung durch zahlreiche Krankheiten und Schädlinge

Abgesehen von zahlreichen Schädlingen und Krankheiten wie z.B. die Wurzelfäule (Phytophthora sp.), pilzliche Spitzendürre (Kabatina sp.) oder Borkenkäfer (Scolytinae) sowie minierende Kleinschmetterlingsraupen (Argyresthia) werden Schäden auch durch den unpassenden Standort und durch massive Pflegeschäden hervorgerufen.

Akute Trockenheit verursacht große Schäden

Die zurückliegende Zeit brachte unzureichende Niederschläge. Die extreme Trockenheit geht tief in den Boden und die Unterstützung per Gießkanne ist sprichwörtlich wie der Tropfen auf den heißen Stein.

Auch die örtlichen Gewitter konnten keine Abhilfe schaffen, denn der Boden nimmt bei plötzlichem Starkregen nur oberflächlich Wasser auf und die große Menge fließt ungenutzt ab. Bei einzelnen oder wenigen Pflanzen ist eine ausreichende Bewässerung per Hand oder mittels Gießkanne zwar mühsam, aber möglich.

Thuja als Kübelpflanze sind besonders pflegebedürftig (Bild: Franz Beckers)

Thuja als Kübelpflanze sind besonders pflegebedürftig (Bild: Franz Beckers)

Wenn man jedoch den momentanen Anspruch der wasserbedürftigen Thuja bei 20 Liter je Pflanze oder per lfd. Meter Hecke berücksichtigt, dann entscheiden sich viele Gartenbesitzer für eine automatische Bewässerung mittels Sprühschläuchen und Tröpfchen-Bewässerung. Die mitunter sehr einfachen technischen Möglichkeiten sind mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst zu installieren. Gewässert werden sollte nicht täglich, sondern in Intervallen von drei bis vier Tagen. Bei gut eingewachsenen Exemplaren, die bereits tiefgehende Wurzeln entwickelt haben, kann der Zeitraum auf einmal wöchentlich ausgedehnt werden.

Bei völlig ausgetrockneten Böden ist es ratsam, eine kurze „Vorwässerung“ durchzuführen, um den Boden für die nachfolgende Bewässerung aufnahmefähiger zu machen.

Auch Übernässung kann Schäden bei Thuja verursachen

Die Ursache der Schäden ist überwiegend eine lokale Übernässung im Wurzelbereich der Pflanzen. So sind es vor allem stark lehmige Böden, die zur Übernässung neigen. Durch zu häufige und zu reichliche Wassergaben sowie bei zu engen Pflanzlöchern bei Neupflanzungen werden die Wurzeln krank und faulen ab.

Auch ältere Thuja-Hecken werden durch extreme Trockenheit geschädigt (Bild: Franz Beckers)

Auch ältere Thuja-Hecken werden durch extreme Trockenheit geschädigt (Bild: Franz Beckers)

Dies ist vor allem bei neu gepflanzten Hecken die Hauptschadensursache, da der vorsorgliche Gartenfreund durch fast tägliches Gießen oder durch eine automatische Bewässerung, die möglicherweise über eine Zeitschaltuhr geregelt wird, zu viel des Guten tut.

Schäden sind auch durch Dünger möglich

Zu oft werden neben den Pflegefehlern auch massive Schäden durch vorzeitige Düngegaben, die den noch nicht angewachsenen Pflanzen verabreicht werden, verursacht. Für neu gepflanzte Bäume sollte eine Düngung, ob mineralisch oder organisch, für das erste Jahr ausgesetzt werden. Durch eine Überversorgung mit Nährstoffen bei frisch gepflanzten Bäumen und Hecken werden keine neuen Wurzeln ausgebildet und sind bei einem zu hohen Wasserangebot besonders anfällig.

Braune Triebspitzen deuten auf Pflegefehler hin (Bild: Franz Beckers)

Braune Triebspitzen deuten auf Pflegefehler hin (Bild: Franz Beckers)

Ein weiterer gut gemeinter Pflegefehler ist die Ausbringung von so genannten Bittersalzen. Mit diesem Salz wird den Pflanzen ausschließlich Magnesium angeboten, was besonders in zu reichlichem Maße zur Versalzung des Bodens und somit zu Schäden im Wurzelbereich führt. Die so geschädigte Pflanze oder Hecke reagiert durch gleichmäßiges Verbräunen aller Nadeln an der gesamten Pflanze. Der eigentliche Zweck bei der Bittersalzdüngung eine dunkelgrüne Nadelfarbe von Thuja zu erreichen, ist somit weit verfehlt.

Der besondere Tipp

Als besonderer Tipp bietet sich an, den gesamten Wurzelbereich mit einer großzügig ausgebrachten Schicht eines feinen bis mittleren Rindenmulchsubstrates abzudecken. Mit dieser Maßnahme werden Vernässung sowie Austrocknung oder auch Bodenverdichtungen vermieden. Außerdem hat diese Anwendung einen ästhetischen Effekt und verhindert nebenbei noch lästigen Unkrautwuchs.

Franz Beckers

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Ein Kommentar
  1. Alfred Velz

    Mein Tipp: lasst bitte alle diese hässlichen Tujas verdorren und pflanzt heimische Hecken an. Habe bspw. noch keine einzige Buchenhecke verdorren sehen.

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