Clematis: Eine wundervolle Kletterpflanze

Die Waldrebe mit der botanischen Bezeichnung "Clematis" ist wohl jedem Gartenliebhaber bekannt. BRF-Gartenexperte Franz Beckers gibt der Pflanze das Prädikat "wundervoll".

Clematis: Eine wundervolle Kletterpflanze

Farbenfroh und entzückend

Die Lianengewächse haben sehr unterschiedliche Blütenformen und Wuchseigenschaften. Am bekanntesten sind die großblumigen Hybriden mit Blütenteller bis zu 25 Zentimeter Durchmesser in leuchtenden Farben von Blau, Rot, Weiß oder mehrfarbigen Blüten. Auch entzückende kleinblütige Arten, die mit einer überraschenden Fülle an Blüten im zeitigen Frühjahr erscheinen, sind sehr attraktiv und vor allen Dingen robust.

Der Beginn der Blütezeit hängt von den Sorten ab. Mit etwas Geschick kann es gelingen über die gesamte Gartensaison blühende Clematis zu bewundern. Es gibt mehr als 800 Sorten dieser Kletterpflanze, die mit den unterschiedlichsten Eigenschaften zum Beranken von Lauben, Pergolen, Zäunen oder Hausfassaden geeignet sind.

Pflanzen Sie die Clematis jetzt!

Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen, denn die Auswahl kann anhand blühender Pflanzen erfolgen. Clematis sind recht anspruchslos, wenn grundsätzliche Voraussetzungen beachtet werden: Bei dem Pflanzplatz sollte berücksichtigt werden, dass keine Staunässe oder verdichteter Boden vorhanden ist.

Ratsam ist, ein 80 – 100 Zentimeter tiefes Pflanzloch auszuheben. Dann erfolgt die Einbringung von drainierendem Material wie grober Kies oder noch besser Bauschutt, also zerschlagene Ziegelsteine oder Putz. Der Vorteil liegt in der groben Struktur und dem natürlichen Kalkgehalt des Materials.

Auf diese durchlässige Schicht kann dann der lockere Gartenboden, der mit Torf oder Kompost angereichert wurde, aufgebracht werden. Nunmehr kann die Clematis eingepflanzt werden. Dabei ist es von Vorteil, die Pflanze etwa zehn Zentimeter tiefer einzupflanzen, um eine zusätzliche Wurzelbildung und einen gewissen Frostschutz zu erreichen.

Gartentipp: Kühler Fuß und heißer Kopf

Bei der Auswahl des Standortes sollte der Gärtnermerksatz „kühler Fuß und heißer Kopf“ maßgebend sein. In der Praxis kann dies mit einer Unterpflanzung direkt am Fuß der Pflanze mit Gräsern oder Bodendecker erfolgen. Besonders geeignet scheint das Bärenschwingelgras, das außerdem neben der kühlenden Eigenschaft im Sommer die Feuchtigkeit im Boden reguliert.

Auch wenn es sich bei Clematis um Lianengewächse handelt, die durch Blattranken selbständig klettern können, ist gerade zu Anfang ein Anbinden junger Triebe erforderlich. Ein regelmäßiger Rückschnitt der unterschiedlichen Clematis ist im Anfang nicht unbedingt nötig und sollte sich auf das Entfernen frostgeschädigter Triebe beschränken.

Leider wird die Freude an dem Pflanzenschatz durch das Auftreten der so genannten „Clematiswelke“ getrübt. Seit Jahren tritt diese Welke, die durch pilzliche Erreger verursacht wird, regelmäßig auf. Befallen werden vorzugsweise großblumige Hybriden, die durch ein spontanes Welken der gesamten Pflanze kurz vor der Blüte den Befall anzeigen.

Zur Bekämpfung stehen keine chemischen Präparate oder Maßnahmen zur Verfügung. Es bietet sich jedoch ein bewährter Praxistipp an: Nach dem Entfernen der infizierten Pflanze sollte ein großzügiger Bodenaustausch stattfinden und zur Nachpflanzung auf die weniger empfindlichen Sorten der Clematisart „C. alpina“ zurückgegriffen werden. Die Nachpflanzung einer großblumigen Hybride würde nach kurzer Zeit erneut zum Verlust führen.

Franz Beckers

Ein Kommentar
  1. Quack

    Man sollte jedoch wissen das Waldreben kalkhaltigen Boden brauchen, und somit in der Eifel nicht gedeihen wenn man dem Boden keinen Kalk bei mischt (nicht nur in Form von Pulver, sondern auch in Form von Kalksteinen).