Verbrauchertipp: Telefonkosten im Urlaub

Im Urlaub darf das Handy auf keinen Fall zu Hause bleiben. Man möchte wissen, was zu Hause los ist und Kontakt mit den Daheimgebliebenen halten. Allerdings kann es bei der Rückkehr manchmal eine böse Überraschung geben, wenn die Rechnung ins Haus flattert.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Bei Fernreisen können hohe Kosten entstehen. Und in Europa?

Dank der europäischen Roaming-Regelung telefoniert, surft und simst der Nutzer bei Reisen innerhalb der EU zu demselben Tarif wie zu Hause. Aber das gilt nicht für alle europäischen Länder. Wer zum Beispiel nach Italien reist und dabei die Schweiz durchquert, sollte unbedingt die mobilen Daten abschalten. Denn da die Roaming-Regelung im Nicht-EU-Land Schweiz keine Anwendung findet, können sehr hohe Kosten entstehen. Gleiches gilt im Übrigen auch für das beliebte Reiseziel Türkei.

Ist Vorbeugung möglich?

Um sich vor einer hohen Rechnung zu schützen, hilft nur eines: die automatische Verbindung bei den mobilen Daten ausschalten. Denn je nach Standort sucht das Handy sich das stärkste Netz aus. So kann es zum Beispiel passieren, dass sich das Handy einer Person, die sich auf einer griechischen Insel befindet, mit einer türkischen Antenne verbindet. Dies führt dann mitunter zu sehr hohen Kosten. Diese Gefahr droht generell immer dann, wenn man sich in einer Grenzregion zu einem Land befindet, in dem die Roaming-Regeln nicht gelten.

Gelten die günstigen Roaming-Gebühren auch beim Anruf ins benachbarte Ausland?

Gerade in Grenzregionen wie der unseren wäre es schön, wenn das Telefonieren und das Versenden von Textnachrichten ins benachbarte Ausland zum Inlands-Tarif möglich wären. So weit sind wir leider noch nicht. Anrufe von zu Hause ins Ausland gelten nicht als Roaming. Hier kommen die internationalen Tarife zur Anwendung. Aber auch hier hat der Gesetzgeber der extrem hohen Kostenfalle einen Riegel vorgeschoben und die möglichen Kosten begrenzt. Ein Telefonat in ein anderes EU-Land darf nur noch maximal 19 Cent pro Minute zzgl. Mehrwertsteuer kosten und für eine SMS dürfen höchstens 6 Cent ohne Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden.

Sind Anrufe im Ausland über WhatsApp, Messenger oder Skype kostenlos?

Bei Inanspruchnahme von Messenger-Diensten wie Skype, Facebook-Messenger oder WhatsApp zum Telefonieren können bei der Verwendung mobiler Daten hohe Kosten entstehen. Darum sollte der Nutzer unbedingt darauf achten, eine WLAN-Verbindung zu nutzen.

Wie verhält es sich auf Kreuzfahrtschiffen oder in Flugzeugen?

Bei einer Schiffs- oder Flugreise entstehen keine Zusatzkosten, solange ein landgestütztes, das heißt terrestrisches Mobilfunknetz ausgewählt wird. Wählt sich das Smartphone aber ins Satellitennetz ein, gelten die EU-Regeln nicht mehr und somit auch keine Preisobergrenzen. Um sicher zu gehen, empfiehlt es sich, das Gerät an Bord von Flugzeugen oder auf Schiffen auf Flugmodus zu schalten. Denjenigen, die unbedingt ins Internet möchten oder müssen, bietet sich in den meisten Fällen die Möglichkeit, ein “WLAN-Paket” kaufen. Aber auch in diesem Fall gilt es, die Mobilfunkdaten auszuschalten. Denn falls nicht, könnten Smartphone oder Tablet bei schwachem WLAN automatisch in das teure Satellitennetz wechseln. Hier könnten Kosten von bis zu 30 Euro pro Megabyte anfallen.

Worauf ist sonst noch zu achten?

Smartphone-Nutzer sollten in den Einstellungen die automatischen Aktualisierungen von Apps oder das Herunterladen von E-Mails abschalten. Solche Prozesse sollten nur manuell oder über WLAN ausgeführt werden. Denn sonst kann das Smartphone selbst in der Hosentasche noch hohe Kosten verursachen.

Weitere Infos zum Thema sind unter www.vsz.be abrufbar.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien