Stillen: Ein Gewinn für Mutter und Kind

Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Sie ist genau auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt, ihre Qualität ist einzigartig und wird auch durch noch so gute Ersatzprodukte nicht erreicht.

Darf ich Dich sitten?

Muttermilch bietet Kindern eine Reihe von Vorteilen: Sie gibt ihnen von Anfang an einen Immunschutz, die erste Muttermilch ist praktisch eine Impfung.

Stillkinder sind selten übergewichtig und entwickeln weniger häufig Allergien. Auch für die Mütter hat Stillen eine Reihe von wertvollen Vorteilen: Die Rückbildung nach der zehnmonatigen Schwangerschaft wird durch die Stillhormmone beschleunigt, Frauen haben schneller wieder ihr Normalgewicht zurück und auf lange Sicht verringert das Stillen das Brustkrebsrisiko.

Auch ist Muttermilch immer verfügbar und wohltemperiert, das lästige Sterilisieren von Flaschen und Saugern entfällt. Darüber hinaus schafft das Stillen eine intensive Beziehung zwischen Mutter und Kind. Es vermittelt Nähe, Geborgenheit oder Trost, je nach Bedarf.

Dennoch stillen längst nicht alle Mütter. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind es derzeit etwa 73 Prozent. In den 60er Jahren brach die Stillkultur fast vollständig zusammen. Das hängt mit dem Siegeszug der Pudermilch und der damaligen Geburtspraxis zusammen: Man redete den Frauen ein, die Muttermilch sei zu sehr mit Schadstoffen belastet. Zum Entbinden gingen die Frauen immer häufiger ins Krankenhaus, „rooming in“ war damals noch unbekannt. Für die Hebammen war die Flaschennahrung praktisch und effizient.

Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Muttermilch die beste Nahrung ist. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Babys sechs Monate ausschließlich zu stillen, danach feste Nahrung zuzufüttern, die Kinder aber parallel weiter zu stillen – bis zum Alter von zwei Jahren oder solange Mutter und Kind das wollen.

Hilfe und Unterstützung in der DG

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben sich der Dienst für Kind und Familie DKF und die Krankenhäuser zusammengetan und ein Stillkonzept entwickelt. Ziel ist es, die Stillkultur wiederzubeleben und eine kohärente Stillberatung zu gewährleisten.

Für den erfolgreichen Einstieg ins Stillen sind die ersten Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entscheidend. Da die Frauen nach der Entbindung immer früher nach Hause gehen, findet der Milcheinschuss manchmal auch erst dort statt. In dieser Situation brauchen Frauen Begleitung, vor allem Erstgebährende. Die übernimmt in dieser Phase der DKF.

Bei Problemen passiert es in dieser Anfangsphase, dass Mütter frustriert oder aus Sorge ums Kind – auf die Flaschennahung umsteigen. Viele Probleme lassen sich jedoch relativ leicht beheben.

Mütter müssen das Stillen lernen – auch wenn es eine ganz natürliche Sache ist. Eine gute Anlaufstelle in der DG ist die Stillgruppe der „La Leche Liga“. Sie trifft sich regelmäßig im Atelier Regenbogen in Hauset (e-mail Adresse „isabelle.uffelmann@lalecheliga.de“ oder Telefon 087 766 668). Zu den Stilltreffen sind stillende Mütter, aber auch Schwangere herzlich willkommen.

Stillberatung findet selbstverständlich auch in den Krankenhäusern statt. Neben den Besuchen der Beraterinnen bietet der DKF in den Gemeinden auch einen telefonischen Beratungsdienst an (Zentrale DKF-Telefonnummer im Ministerium derDG 087 596 393).

Stillen ist auch möglich, wenn das Kind schwer krank ist, beispielsweise hoch fiebert. Oft ist Muttermilch sogar die einzige Nahrung, die die Kinder dann noch aufnehmen und bei sich behalten können. Ein Aspekt, der für ein möglichst langes Stillen spricht.

Auch Beruf oder Ausbildung und Stillen lassen sich besser miteinander verbinden, als dies auf den ersten Blick scheint. Wozu gibt es schließlich Milchpumpen? Stillkinder kann man überall hin mitnehmen, da man ja eigentlich überall stillen kann – allerdings mangelt es manchmal noch an der nötigen gesellschaftlichen Akzeptanz.


Bild: istockphoto

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Ein Kommentar
  1. Kristina Heindel

    Schöner Film, toll gemacht! Ich gratuliere euch!

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