Plagegeister stören den Gartenfrieden

Es sind die so genannten Erntemilben, in manchen Gegenden auch als Grasmilbe oder zutreffender Weise auch als „Erntebeiß“ bezeichnet, die dem Hobbygärtner oder dem naturbewussten Freizeitmenschen das Leben schwer machen.

Befallsfeststellung mit einem weißen Tuch

Befallsfeststellung mit einem weißen Tuch

Freizeit, ideales Sommerwetter, ein schöner Garten mit einem gepflegten Ziergarten, was will man mehr?

Für einen entspannenden und geruhsamen Abend im eigenen Garten spielt zurzeit das Sommerwetter mit. Jedoch wird durch das massenhafte Auftreten winziger Plagegeister zurzeit die Freude im Garten getrübt.

Es sind die so genannten Erntemilben, in manchen Gegenden auch als Grasmilbe oder zutreffender Weise auch als „Erntebeiß“ bezeichnet, die dem Hobbygärtner oder dem naturbewussten Freizeitmenschen das Leben schwer machen.

Die Ausbreitung der Quälgeister begann vor mehr als 25 Jahren in der Nähe des Rheins, wo das Klima und der Winter als gemäßigt bezeichnet werden konnten. Allgemeine Klimaveränderungen und auch die Zunahme von Zierrasen sorgten für eine großflächige Ausbreitung der Plagegeister.

Die Verbreitung nimmt rasant zu!

Die gemeinen Plagegeister treten zurzeit bedingt durch die Schönwetterlage extrem stark auf. Allgemeinen Beobachtungen zur Folge ist die gerade invasive Ausbreitung der Erntemilben nicht nur auf das klimatisch begünstigte Rheintal beschränkt, sondern der Befall hat sich mittlerweile bis in die Eifel oder das Bergische Land sowie ins Ruhrgebiet ausgedehnt.

Die vermeintlichen Mückenstiche, die an Körperteilen auftauchen, die für Stechmücken eigentlich gar nicht erreichbar sind, werden von der Milbenart (Neotrombicula autumnalis) verursacht. Heimtückisch ist, dass man die Stiche erst, wenn man sich schon längst nicht mehr im Garten befindet, feststellt. In einigen Fällen erst ein bis zwei Tage später, besonders morgens unter der warmen Bettdecke.

Die Quaddeln und Rötungen, die sich von Mückenstichen wenig unterscheiden, befinden sich in der Regel an Fesseln, Beinen, Bauch und an anderen meist bedeckten Körperteilen, speziell dort, wo die Haut dünn ist und wo die Kleidung eng anliegt. Begleitet werden diese Einstichstellen durch einen mehr oder minder starken Juckreiz, der bis zu 14 Tage andauern kann. Die Empfindlichkeit der Menschen ist sehr unterschiedlich. In einem Fall ist der Juckreiz ähnlich wie bei einem Mückenstich „sehr unangenehm“, in einem anderen Fall wird der Gartenfreund schier in den Wahnsinn getrieben.

Winzig kleine Quälgeister

Die erwachsenen Tiere mit einer Größe von ca. 2,0 mm leben die meiste Zeit im Boden. Jedoch halten sich die winzig kleinen ca. 0,2 bis 0,3 mm großen Tiere des Larvenstadiums an der Bodenoberfläche, an Grashalmen oder anderen Pflanzen bis zu einer Höhe von 10 bis 15 cm auf, um auf geeignete Opfer zu warten.

Ähnlich wie es von den Zecken bekannt ist, werden die Opfer angefallen. Die Milbe sucht sich dann die bereits beschriebenen geeigneten Körperstellen für ihre Blutmahlzeit aus, um sich dort mit den Mundwerkzeugen festzubeißen. Dann erfolgt das Eindringen in die Haut, was unbemerkt geschieht. Nachfolgend bringt das Tier ein gewebelösendes Sekret in die Wunde, um Nahrung, die aus Zellsaft besteht, aufzunehmen. Nach einigen Stunden fällt die Milbe ab und erst dann wird der Juckreiz spürbar.

Eigentlich sind diese Parasiten auf Nagetiere spezialisiert, der Mensch ist mehr oder weniger als „Fehlwirt“ zu sehen. Auch Haustiere wie z.B. Hunde oder Katzen werden von den Blutsaugern traktiert. Soweit bekannt, werden aber von der Herbstmilbe keine Krankheiten übertragen.

Vorbeugende Maßnahmen

Als vorbeugende Maßnahme wäre es ratsam, bei trockenem, warmem Wetter, Weiden und Wiesen zu meiden. Im eigenen Garten besteht die Möglichkeit, durch regelmäßiges, kurzes Mähen der Rasenfläche und den Verzicht, den Rasen zusätzlich zu wässern, eine Ausbreitung zu reduzieren. Eine völlige Ausrottung der Milben wird aber nicht gelingen und auch eine chemische Behandlung des Rasens wäre aus Gründen der ständigen Zuwanderung sinnlos. Ratsam ist es, bei Auftauchen der ungebetenen Gäste alle gefährdeten Körperteile mit einem abweisenden Präparat wie z.B. Mückensprays oder Salben zu behandeln.

Will man im eigenen Garten die Plagegeister nachweisen, so nimmt man helle oder weiße Kacheln oder ein weißes Tuch, die auf den Rasen gelegt werden. Nach einigen Minuten können die Kacheln oder das Tuch mit Hilfe einer Lupe nach den rotbraun gefärbten, lebhaft herumlaufenden Quälgeistern abgesucht werden. Sollten alle Vorsorgemaßnahmen und Hinweise nicht den gewünschten Erfolg bringen, sollte ein Arzt oder Apotheker aufgesucht werden.

Text und Bild: Franz Beckers

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