Gartentipp: Thujahecken sterben ab

In der letzten Zeit erwecken Thujahecken die Aufmerksamkeit durch eine auffällige Verbräunung einzelner Pflanzen. Es gibt immer mehr Anpflanzungen und Hecken mit gut sichtbaren Schäden, die auf den ersten Blick nicht zu erklären sind.

Starke Schäden durch Staunässe

Thujahecke: Starke Schäden durch Staunässe

Sehr deutlich zeigt die gesamte Pflanze oder Hecke ungleichmäßig verteilte, braune Zweigspitzen, die zunehmend größer werden und in einigen Fällen innerhalb von wenigen Wochen die gesamte Hecke absterben lässt.

Dies trifft eigenartiger Weise auch auf bereits ältere Hecken, die sich seit Jahren etabliert haben, zu. Die Schäden nehmen bedrohlich zu und prächtige und sattgrüne Hecken sterben in kurzer Zeit ab.

Thuja, eine ideale Heckenpflanze

Zur Einfriedung und zum Sichtschutz von Gärten werden sehr häufig Lebensbäume wie Thuja (Thuja occidentalis) oder Scheinzypressen (Chamaecyparis sp.) als Hecke gepflanzt.

Lebensbäume und Thuja-Arten haben den großen Vorteil, einen sofortigen Sichtschutz im Sommer wie auch im Winter zu haben und auch effektiv starke Winde abzuhalten. Auch wegen der günstigen Preise finden sie bei dieser Verwendung zunehmende Beliebtheit.

Gefährdung durch zahlreiche Krankheiten und Schädlinge

Abgesehen von zahlreichen Schädlingen und Krankheiten wie z.B. die Wurzelfäule (Phytophthora sp.), pilzliche Spitzendürre (Kabatina sp.) oder Borkenkäfer (Scolytinae) sowie minierende Kleinschmetterlingsraupen (Argyresthia) werden die Schäden auch durch den unpassenden Standort und durch massive Pflegeschäden hervorgerufen.

Übernässung als Ursache

Ursache der Schäden ist überwiegend eine Übernässung im Wurzelbereich. Durch zu häufige und zu reichliche Wassergaben sowie bei zu engen Pflanzlöchern bei Neupflanzungen werden die Wurzeln krank und faulen ab. Dies ist vor allem bei neu gepflanzten Hecken die Hauptschadensursache, da der vorsorgliche Gartenfreund durch fast tägliches Gießen oder durch eine automatische Bewässerung mittels Sprühschläuchen und Tröpfchenbewässerung zu viel des Guten tut.

Grundsätzliche Regel bei Neupflanzungen von Gehölzen ist, direkt nach dem Pflanzen eine großzügige Wassergabe, die auch vom Fachmann als „Anschlämmen“ bezeichnet wird. Dazu werden je Pflanze bis zu 20 Liter benötigt, die mit der ersten Wässerung ausgebracht werden, um einen Bodenschluss um die freiliegenden Wurzeln zu erhalten.

Die anschließende zusätzliche Versorgung mit Wasser hängt natürlich von den Witterungsbedingungen ab, sie sollte jedoch erneut in einem Abstand von kürzestens einer Woche erfolgen. Die Einhaltung dieser Regel ist vor allem bei einer Neupflanzung im Frühjahr besonders von Bedeutung.

Trockenheit und Dünger verursacht ebenfalls Schäden

In einigen Fällen werden Schäden durch massive Trockenheit verursacht, deren Schadbild von Übernässung nicht zu unterscheiden ist.

Zu oft werden neben den Pflegefehlern auch massive Schäden durch vorzeitige Düngegaben, die den noch nicht angewachsenen Pflanzen verabreicht werden, verursacht. Für neu gepflanzte Bäume sollte eine Düngung, ob mineralisch oder organisch, für das erste Jahr ausgesetzt werden. Durch eine Überversorgung mit Nährstoffen bei frisch gepflanzten Bäumen und Hecken werden keine neuen Wurzeln ausgebildet und sind bei einem zu hohen Wasserangebot besonders anfällig.

Ein weiterer gut gemeinter Pflegefehler ist die Ausbringung von so genannten Bittersalzen. Mit diesem Salz wird den Pflanzen ausschließlich Magnesium angeboten, was besonders in zu reichlichem Maße zur Versalzung des Bodens und somit zu Schäden im Wurzelbereich führt. Die so geschädigte Pflanze oder Hecke reagiert durch gleichmäßiges Verbräunen aller Nadeln an der gesamten Pflanze. Der eigentliche Zweck bei der Bittersalzdüngung eine dunkelgrüne Nadelfarbe von Thuja oder Lebensbaum zu erhalten, wird damit gründlich verfehlt.

Der besondere Tipp

Als besonderer Tipp bietet sich an, den gesamten Wurzelbereich mit einer großzügig ausgebrachten Schicht eines feinen bis mittleren Rindenmulchsubstrates abzudecken. Mit dieser Maßnahme werden Vernässung sowie Austrocknung oder auch Bodenverdichtungen vermieden. Außerdem hat diese Anwendung einen ästhetischen Effekt und verhindert nebenbei noch lästigen Unkrautwuchs.

Bei Kübelhaltung ist Bewässerung besonders wichtig

Bei Kübelhaltung ist Bewässerung besonders wichtig

Text und Bild: Gartenbauexperte Franz Beckers

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6 Kommentare
  1. MAYER GUIDO

    HALLO,ICH HÄTTE EINE FRAGE WOLLTE EINE TUJA STUZEN VON 3,5M AUF 2,5M
    UND MUSSTE FESTSTELLEN VON INNEN GANZ BRAUN . DANN HABE ICH ABGELASSEN VON MEINEM VORHABEN. FRAGE; DIREKT GANZ ABMACHEN ODER ÜBERLEBT DER WENN ICH DEN STUZTE???

  2. Renate Ducomble

    Sehr geehrter Herr Mayer,

    Ursächlich sind mehrere Gründe für die Braunfärbung. Stellen Sie nur im Inneren der Hecke eine Braunfärbung fest, so ist dies eine normale Erscheinung, da die Hecke von innen kein ausreichendes Licht erhält.
    Sind an der äußeren Seite auch braune Stellen oder gar ganze Zweige braun, dann rate ich ihnen, den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens zu überprüfen.
    Dazu machen Sie mit dem Spaten in ca. 30-40 cm vom Stamm entfernt ein ca. 20 cm tiefes Loch. Sollte der Boden bis in dieser Tiefe trocken sein, ist intensives Wässern angesagt. Um intensiv zu wässern, sind ca. 10 l Wasser je Meter Hecke erforderlich. Die Wassergabe über einen längeren Zeitraum ausbringen, der Boden ist bei starker Trockenheit „wasserabweisend“. Bitte in diesem Jahr nicht mehr düngen, vor allem nicht mit Bittersalz. Aber gegen einen Formschnitt von 1-2 cm ist nichts einzuwenden.

    Ich wünsche ihnen viel Erfolg! Franz Beckers

  3. Linda

    Hey ich hab auch ein Mega Problem mit unseren Thujas! 🙁
    Wir haben vor einem Jahr thujas gepflanzt und nach und nach sind mehr Bäume sind gestorben! Jetzt haben wir die Toten rausgemacht und gegen neue ersetzt. Allerdings sterben die ersten jetzt auch schon wieder! Bei uns ist es sehr sonnig! Gießen oder nicht! Zu dicht? Ich hab keine Ahnung

  4. Renate Ducomble

    Sehr geehrte Frau Reich,

    Thujahecken leiden zur Zeit sehr stark unter Trockenheit und der hohen Temperatur. Dies gilt vor allem bei Neupflanzungen, die in den letzten zwei Jahren gepflanzt wurden. Die Schäden, die durch Trockenheit verursacht werden, sind vergleichbar mit Schäden die durch zu viel Wasser entstehen. Bei der aktuellen Witterungslage ist ein Gießen der Thujahecke unbedingt erforderlich. Richtig wäre eine Menge von 12 bis 15 Liter je Baum, es kommt allerdings auf die Größe an, Bei extremen Witterungsbedingungen, wie zur Zeit, sollte man zweimal pro Woche gießen.

    Ein besonderer Tipp: Den gesamten Wurzelbereich mit einer großzügig ausgebrachten Schicht eines feinen bis mittleren Rindenmulch-Substrates abdecken. Mit dieser Maßnahme werden Vernässung sowie Austrocknung oder auch Bodenverdichtungen vermieden. Es ist ästhetisch und außerdem verhindert man nebenbei noch lästigen Unkrautwuchs.

    Wegen der aktuellen Situation gibt es am 26.07.18 (ca. 13:40 Uhr) dazu einen Radiobeitrag (ca 13:40 Uhr). Anschließend hier nachzulesen.

    Franz Beckers, Gartenbauexperte

  5. Emil Hug

    Was ist das beste Spritzmittel beim Tujasterben?

    Vielen Dank und Grüsse Emil Hug

  6. Hardy Gerhard

    Ich habe ebenfalls massive Probleme an meiner ca.30 Jahre alten Thujahecke. Es gibt immer mehr trockene Stellen, die ich regelmäßig ausschneide. Vor Jahren hat der Gärtner jährlich gegen minierende Insekten gespritzt mit wenig Erfolg. Er hat aber selbst nicht die Ursache der trockenen Äste erkannt. Nun meine Frage: Welches sind die idealen Spritzmittel für die verschiedenen Krankheiten der Tuja: Spitzendürre, Borkenkäfer, minierende Kleinschmetterlingsraupen?

    Besten Dank und Grüße aus Karlsruhe

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