Gartentipp: Hibiskus für den Garten

Wenn von Hibiskus die Rede ist, denkt man an die sehr exotisch anmutenden Topfpflanzen für den warmen Wohnbereich, in Verbindung mit Hawaii oder der Südsee. In den letzten Jahren hat ein naher Verwandter des Topfhibiskus (Hibiscus rosa-sinensis) Gärten, Balkon und Terrasse erobert. Es handelt sich um den Gartenhibiskus (Hibiscus syriacus), der auch als Roseneibisch bekannt ist und mittlerweile in vielen Gärten anzutreffen ist.

Hibiskus für den Garten

Das Ziergehölz stammt nicht wie der Artenname vermuten lässt aus Syrien, sondern hat seinen Ursprung in China. Der rundlich wachsende, stark verzweigte Strauch wird höchstens zwei Meter hoch und ist somit für kleinere Gärten oder Vorgärten geeignet. Die Blüten erscheinen ab Anfang Juli und je nach Witterungsverlauf bis in den Herbst hinein.

Eine außergewöhnliche Sortenvielfalt

Der Gartenhibiskus bietet eine prächtige Palette von vielen Farben und Kombinationen, angefangen von den häufig verbreiteten blauen Farbtönen bis hin zu den weißen Sorten mit rotem Schlund, oder auch den klaren roten Sorten, die sich hervorragend mit anderen Blütenpflanzen kombinieren lassen.

Außerdem überrascht der Gartenhibiskus mit unterschiedlichsten Blütenformen. Von einfach blühenden über halbgefüllte Varianten bis hin zu dicht gefüllten Sorten kann der Gartenfreund seinen Hibiskus auswählen. Alljährlich kommen Neuzüchtungen auf den Markt und die Auswahl wird immer schwieriger.

Im Allgemeinen werden die einfach blühenden Sorten bevorzugt. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Sorten mit einfachen Blüten üppiger und regenfester sind als Züchtungen mit halb gefüllten oder gefüllten Sorten. Auch die Frosthärte ist bei den einzelnen Sorten sehr unterschiedlich. Auch wenn man von einer ausreichenden Frosthärte in unserem Klimabereich ausgehen kann, so werden hin und wieder einzelne Sorten mit rosa Blütentönen eher geschädigt.

Hibiskus für den Garten

Einen Platz an der Sonne gewährleistet eine Blütenfülle

Alle Hibiskus-Arten sind wahre Sonnenanbeter, die einen warmen Platz bevorzugen. Zwar kann der Standort auch halbschattig sein, jedoch lässt der Blütenreichtum stark nach und der Strauch geht in ein starkes Wachstum mit wenigen Blüten über.

An den Boden werden weniger spezielle Ansprüche gestellt. Das Ziergehölz wächst am besten auf nährstoff- und humusreichen, durchlässigen Gartenböden. Auf Staunässe reagiert er sehr empfindlich. Bei durchlässigen, nicht zu feuchten Böden ist die Frosttoleranz am höchsten.

Eigentlich ist fast jeder Gartenboden für die Pflanzung geeignet. Die Pflanzgrube sollte ausreichend groß und der Grund aufgelockert werden. Eine Anreicherung mit Humus in Form von Kompost oder anderen organischen Stoffen gewährleistet den Anwuchserfolg.

Die Pflanzung ist jederzeit möglich

Vorzugsweise sollte der Hibiskus im Frühjahr gepflanzt werden. Der Strauch hat einen Sommer lang die Möglichkeit, genügend neue Wurzeln zu bilden, die eine bessere Überwinterung und einen guten Start im Frühjahr garantieren.

Da die meisten Angebote der Baumschulen oder Gartencenter von Hibiskus die in Pflanzgefäßen, Container genannt, zu finden sind, ist auch eine Pflanzung jederzeit möglich. Der Vorteil einer Sommerpflanzung liegt in der Möglichkeit, die passende Sorte in voller Blüte auszuwählen.

Hibiskus auch auf dem Balkon oder Terrasse möglich

Auch ohne Garten braucht der Pflanzenfreund auf den prächtigen Hibiskus nicht zu verzichten. Es sollte ein ausreichend großes Pflanzgefäß gewählt werden. Als Pflanzerde hat sich ein strukturstabiles Kübelpflanzensubstrat bewährt. Bei der Haltung im Topf sollte auf eine regelmäßige Feuchtigkeit geachtet werden. Wird das Gießen mal vergessen, kann die Pflanze mit spontanem Knospenverlust reagieren.

Selbstverständlich muss die Pflanze auch in der frostfreien Winterzeit mit Wasser versorgt werden. Als Kübelpflanze ist der Hibiskus besonders auf die Versorgung mit Nährstoffen angewiesen. Geeignet sind alle Dünger, jedoch sind sogenannte Langzeitdünger, die eine Düngung über vier bis fünf Monate garantieren, der Einfachheit halber zu bevorzugen.

Hibiskus für den Garten

Der Rückschnitt

Schnittmaßnahmen sind zwar nicht unbedingt nötig, es werden jedoch im Sommer besonders viele Blüten gebildet, wenn die vorjährigen Blütentriebe im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Neben dem jährlichen Pflegeschnitt ist auch gelegentlich ein sogenannter Verjüngungsschnitt erforderlich. Ältere Exemplare, die längere Zeit nicht zurückgeschnitten wurden, werden blühfaul und vergreisen. Hier schafft der Verjüngungsschnitt Abhilfe.

Das gesamte Astwerk wird auf unterschiedlichen Höhen auf ca. 50 bis 60 cm eingekürzt. Die Folge dieser rabiaten Methode ist ein verstärkter massiver Austrieb, der im nächsten Jahr mit einer besonders reichen Blütenfülle überrascht.

Voll im Trend – die Hibiskushecke

Ganz besondere Vorteile bietet die in letzter Zeit häufiger anzutreffende Hibiskus-Hecke. Neben dem Sichtschutz bietet die Hecke während des Sommers ein Band voller Blüten. Bevorzugt werden bunte Pflanzungen mit allen Farben, die zur Verfügung stehen. Bei geschickter Farbauswahl kommt es im Sommer zu einem wahren Farbspektakel. Geeignet sind alle aufrechtwachsenden, schnellwüchsigen Sorten.

Gepflanzt werden wurzelnackte, zirka 50 cm große verzweigte Pflanzen mit drei bis vier Pflanzen je laufender Meter Hecke. Der richtige Pflanzzeitpunkt ist das zeitige Frühjahr. Um eine kompakte Heckenform zu erreichen, benötigt die Hibiskushecke einen jährlichen Rückschnitt um ca. ein Drittel ihrer Höhe. Gleichzeitig werden erfrorene und dürre Zweige entfernt und eventuell innen liegende, störende Zweige ausgelichtet.

Beim Schneiden der Hecke sollte darauf geachtet werden, dass sich die Hecke trapezförmig nach oben hin verjüngt. So kommt auch an die unteren Pflanzenteile genügend Licht und die Hecke kann sich gleichmäßiger entwickeln.

Hibiskus für den Garten

Text und Bilder: Franz Beckers

2 Kommentare
  1. Peter am Rhyn

    Ich habe gestern bei einer Ratgeberin gelesen, dass man aus getrockneten Hibiskus Blüten kalten Tee aufgiessen kann. Offensichtlich sind nicht alle Sorten dazu geeignet. Wir haben denjenigen, der zu oberst in Ihrem Artikel abgebildet ist.
    Wie heisst der wirklich?

  2. Unternehmenskommunikation

    Sehr geehrter Herr Rhyn,
    gern beantworte ich ihre Frage zum Thema Hibiskus.
    Die im Ratgeber abgebildete Pflanze stellt den Gartenhibiskus Hibiscus syriacus dar. Die Hibiskus-Art ist zur Herstellung des Hibiskus-Tees oder auch als Malven-Tee bezeichnet, ungeeignet. Der Hibiskus-Tee, in arabischen Ländern als Karkadeh bezeichnet, wird von den Blüten des Hibiscus sabdariffa hergestellt.
    Ich hoffe, ich konnte ihre Anfrage ausreichend beantworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Franz Beckers, Spezialberatung Gartenbau